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Leben mit der Dialyse

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Mit Niereninsuffizienz leben lernen

Die Zeit nach der Diagnose „Niereninsuffizienz“ wird von den meisten Menschen als sehr schwierig und belastend empfunden. Hinzu kommen Arztbesuche und Kontrolltermine. Dank der modernen Medizin und Dialyseverfahren gelingt es heute leichter, die persönliche Freiheit in der Alltagsgestaltung weitgehend beizubehalten.

 

Es sind lediglich etwas mehr Zeitmanagement und Flexibilität gefragt, um alles in den alltäglichen Rhythmus zu integrieren. Am besten entwickeln Sie für die erste Zeit einen Wochenplan, in den Sie die neuen medizinisch notwendigen Termine eintragen sowie alles Weitere, was Ihren Beruf, Ihre Hobbies und Ihr Privatleben betrifft. So werden Sie alles schaffen, was Ihnen wichtig ist. Nach einiger Zeit wird Ihnen der neue Rhythmus in Fleisch und Blut übergegangen sein – so als wäre es schon immer so gewesen.

Regelmäßige Bewegung wirkt sich positiv auf den allgemeinen Gesundheitszustand aus. Viele Menschen mit chronischem Nierenversagen sagen, dass körperliche Betätigung entscheidend dazu beiträgt, dass sie ein „normales“ Leben führen können. Bevor Sie mit einem Bewegungsprogramm beginnen, holen Sie die Zustimmung Ihres Arztes ein. Er wird Ihnen auch sagen, welche Art von körperlicher Betätigung für Sie die richtige ist. Das Bewegungsprogramm sollte Ihren persönlichen Bedürfnissen und Neigungen entsprechen. Finden Sie heraus, bei welchen Übungen es Ihnen körperlich und emotional gut geht.

Nierenversagen an sich hat keinen Einfluss auf Ihre Fahrtüchtigkeit. Wenn Sie aber an einer Herzerkrankung oder an Sehstörungen leiden oder sich nach der Behandlung nicht wohl fühlen, bitten Sie Ihren Arzt um Rat.

Die gesundheitlichen Gefahren des Rauchens für Herz und Lungen sind uns allen bekannt. Studien haben bewiesen, dass Rauchen auch Nierenerkrankungen verschlimmern kann. Das Rauchen belastet das Herz und die Blutgefäße. Wenn Sie sich der Dialyse unterziehen, sollten Sie mit dem Rauchen aufhören. Egal ob Sie sich im frühen Stadium einer Nierenerkrankung befinden oder bereits Dialysepatient sind, Ihr Arzt wird Ihnen verschiedene Möglichkeiten aufzeigen, sich das Rauchen abzugewöhnen.

Viele Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung arbeiten voll oder in Teilzeit. Wenn der Arzt es Ihnen erlaubt und Sie die mit der Krankheit verbundenen Fragen mit Ihrem Arbeitgeber klären können, dann können Sie weiterarbeiten. Der Behandlungsplan kann soweit wie möglich an Ihre Bedürfnisse angepasst werden. Bitte besprechen Sie Einzelheiten mit Ihren medizinischen Betreuern.

Sexualität ist nicht auf den Geschlechtsverkehr beschränkt; dazu gehören auch Gefühle, Gedankenaustausch und die Bereitschaft, sich auf eine Beziehung einzulassen. Durch die Erkrankung hervorgerufene körperliche und emotionale Veränderungen können Ihre Sexualität beeinträchtigen. Nierenerkrankungen können körperliche und emotionale Veränderungen hervorrufen, die dazu führen, dass das sexuelle Interesse und die sexuelle Aktivität nachlassen. Manche Menschen mit einer Nierenerkrankung fühlen sich nach ihrer Hämodialyse müde. Sprechen Sie bei anhaltender Müdigkeit mit Ihrem Arzt und den Ernährungsberatern. Männer mit Nierenerkrankungen erfahren häufig Veränderungen des Hormonhaushalts, die sich auf ihr sexuelles Interesse auswirken. Besprechen Sie diese Fragen mit Ihrem Arzt, damit er Ihnen geeignete Hilfsangebote aufzeigen kann.  
Jeder Mensch braucht von Zeit zu Zeit eine Pause; Nierenpatienten sind da keine Ausnahme. Jedoch verlangt das Reisen von Dialysepatienten mehr Planung, sodass Last-Minute-Flüge nicht in Frage kommen. Bitten Sie Ihre medizinischen Betreuer um Hilfestellung bei der Planung, damit Ihr Urlaub Ihnen die gewünschte Erholung bringt. Ihr Arzt hilft Ihnen bei der Planung von Dialysebehandlungen während des Urlaubs im Ausland. Für Patienten, die sich einer PD-Behandlung unterziehen, ist das Reisen wesentlich einfacher. Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wohin Sie reisen möchten; er veranlasst, dass Ihre Dialysemittel an Ihren Urlaubsort geliefert werden.

Sich an die Dialyse zu gewöhnen ist manchmal nicht leicht. Es ist normal, dass Ängste aufkommen bezüglich dem Leben mit der chronischen Dialyse.

Viele Patienten sind nach der Dialyse müde. Schonen Sie sich. Am nächsten Tag werden Sie sich dann wieder kräftig fühlen.